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Solisten

Hier haben unsere Solisten das Wort. Was geht ihnen durch den Kopf? Was denken sie zu ihrer und unserer Zukunft?

 

Alexey Botvinov

Meine Erfahrung mit  dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester war äußerst positiv.

Zum einen war ich wirklich erstaunt von einem so hohen künstlerischen Niveau des Orchesters und das bei einem sehr anstrengenden, top-komplexen und schwierigen Meisterwerk der klassischen Musik wie "Manfred" von Tschaikowsky.  Auch unser Zusammenspiel  im berühmten 3. Klavierkonzert von Rachmaninoff hat mir große Freude bereitet. Wieder muss ich sagen, dass in diesem Stück die Orchesterpartie sehr anspruchsvoll ist und zwar für jedes Orchester der Welt.

Zum anderen herrschte eine sehr positive Stimmung im Kollektiv. Die Musiker sind hier wirklich für Arbeit und für Kunst, was man sofort spüren kann;  alle professionellen Probleme löste man in der Probe mit großem Willen zum künstlerischen Progress. Und ich muss sagen, diese positive Stimmung ist sehr, sehr wichtig aber leider, auch in manchem berühmten Orchester, nicht immer so selbstverständlich.

Also, ich unterstütze von ganzem Herzen und in voller Form die Initiative für die Rettung des Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchesters und des Landestheaters. Es ist absolut klar, dass solche vielversprechenden und hochprofessionellen Kulturinstitutionen nicht von finanziellen Kürzungen betroffen sein dürfen.

 

http://musikadler.de/fileadmin/kritiken/botvinovRach.pdf

 

Christian Poltéra

"Zu meinem grossen Erstaunen wurde mir mitgeteilt, dass das Schleswig-Holsteinische Landestheater und das Sinfonieorchester in seinen Existenzen bedroht sind. Die Bevölkerung Schleswig-Holsteins ist zu Recht stolz auf ihre hochkarätige Institution. Beweis dafür sind steigende Besucherzahlen, sogar in einer für die Kultur ohnehin schwierigen Zeit. Ein solcher Zuspruch kommt nicht von ungefähr, sondern ist das Resultat der Qualität des Orchesters und der erfolgreichen Arbeit von GMD Kütson. Ein Verzicht auf eine derart wichtige Säule der Gesellschaft wäre kurzsichtig, ein bundesweit bedenkliches Signal und eine Verarmung der Gesellschaft."

 

Michael Barenboim

 

mbarenboimDie Menschen brauchen Kunst, weil Kunst eben mehr ist als eine Freizeitbeschäftigung, auf die man verzichten könnte. Die Kunst erfüllt einen Auftrag von der Gesellschaft für die Gesellschaft, und ist in dieser Hinsicht mit Bildung vergleichbar. Wenn dies stimmt, dann brauchen wir unsere Bibliotheken, unsere Museen, und eben auch unsere Theater (sowie natürlich vieles andere). Einer Gesellschaft die Kunst wegzunehmen, ist nichts anderes, als ihre Kultur wegzunehmen, und damit ihre Größe und ihre Menschlichkeit. Deswegen hat es mich überrascht, zu hören, als ich mit dem Schleswig-Holsteinischem Sinfonieorchester gespielt habe, dass es um seine Existenz kämpft. Denn, selbst wenn man die Wichtigkeit der Kunst für die Gesellschaft für einen Moment beiseite lässt, hätte es dieses Orchester aus Qualitätsgründen schon gar nicht verdient, zu verschwinden!

 
Das Säulenmodell 2022
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